Team up - Ein Held kommt selten allein

In unserer Blog-Serie »Helden der Demokratie« gibt es jede Woche frisches Wissen. Kommt mit uns auf Mission und besiegt die Ahnungslosigkeit. Jetzt zum Newsletter anmelden und keine Mission verpassen.

Oder komme mit uns mit auf Mission in die Kleinstadt Schlauede. Auf der Mission geht es darum, wie man Demokratie ausüben kann, auch wenn gerade keine Wahlen sind. Die Geschichte beginnt mit einer Entdeckung:

Demokratie bedroht

Die Plakate sind überall in der Stadt Schlauede verteilt: Der Süßigkeitenhersteller »Sweet Clueless« hat Werbung geschaltet. Die Botschaft der Reklame ist eindeutig rassistisch. Das Unternehmen hofft offenbar mit der Aktion, Aufmerksamkeit zu erregen. Keine Frage, dass echte Heldinnen und Helden der Demokratie hier aktiv werden. Denn Rassismus widerspricht den Menschenrechten und die Achtung der Menschenrechte ist eines der wichtigsten Merkmale der Demokratie.

Aber was kann man tun? In Fällen wie diesen gaukelt einem die Ahnungslosigkeit gerne vor, dass man machtlos ist und keinen Einfluss hat. Aber das ist falsch. Wenn man mit politischen oder gesellschaftlichen Entscheidungen, Entwicklungen oder Zuständen nicht einverstanden ist, oder gar die Demokratie in Gefahr sieht, kann man sich dagegen wehren. Weil eine einzelne Stimme dann aber oft zu leise ist, um Gehör zu finden, wissen Heldinnen und Helden der Demokratie, wie man Stimmen bündelt und so mitreden kann. Auch wenn gerade keine Wahlen sind.

Wie man seine Stimme bei Wahlen einsetzt und so an demokratischen Prozessen teilhaben kann, haben die Heldinnen und Helden der Demokratie auf ihrer letzten Mission gelernt. Wer die noch nicht absolviert hat, sollte das hier nachholen.

Heldinnen und Helden versammelt euch!

Auf dieser Mission heißt es aber: Team up! Heldinnen und Helden der Demokratie, versammelt euch! Wenn die Demokratie beziehungsweise demokratische Werte in Gefahr sind, braucht es die geballte Power eines Heldenteams. Wie sie sich formatieren können:

1. Der Boykott: Gemeinsam nichts kaufen

Nach wie vor bedroht der Süßigkeitenhersteller mit seiner Werbung die demokratischen Grundwerte. Ganz klar: Von »Sweet Clueless« kauft ein Held nichts mehr. Richtig wirkungsvoll ist es aber, wenn sehr viele Heldinnen und Helden sich zusammentun und beschließen, keine Süßigkeiten von dem Unternehmen zu kaufen – am besten öffentlichkeitswirksam. Das nennt man dann Boykott.

Etwas zu boykottieren bedeutet, wirtschaftliche, politische oder soziale Beziehungen abzubrechen, um ein bestimmtes Verhalten zu erzwingen. Im Beispiel mit den Süßigkeiten, wollen die Heldinnen und Helden das Unternehmen dazu bringen, die rassistische Werbung zu unterlassen. Wenn sehr viele Menschen sich ihrem Boykott anschließen, verdient das Unternehmen weniger Geld. Das wird das Unternehmen hoffentlich dazu bringen, die Werbung zu unterlassen.

2. Die Petition: Gemeinsam unterschreiben

Der Boykott war noch nicht genug. Zudem scheint »Sweet Clueless« einen guten Draht zur Stadt zu haben: In den Kantinen und Mensen der Gemeinde werden ausschließlich Schokoriegel dieser Firma verkauft. Auf dem Stadtfest verteilt der Bürgermeister sogar Gratis-Bonbons der Marke bedruckt mit dem Stadtwappen. Weil »Sweet Clueless« nach wie vor mit rassistischen Sprüchen wirbt, heißt es auch hier: Team-up.

Ein gutes Mittel, um die Gemeinde auf das Problem aufmerksam zu machen und zu erwirken, dass sie sich damit beschäftigt ist eine Petition. Das ist im Grunde einfach eine Unterschriftenliste. Je mehr Leute unterschreiben, desto höher ist der Druck auf die Gemeinde, zu reagieren. Eine Petition kann man zum Beispiel an eine Behörde richten, oder auch an das Parlament oder ein Staatsoberhaupt. Petitionen lassen sich auch online erstellen. Die Heldinnen und Helden können also Unterschriften sammeln und an die Gemeinde schicken.

Die Stadt hat reagiert: Nachdem über 2000 Menschen in Schlauede die Petition gegen die Sweet-Clueless-Produkte in den öffentlichen Kantinen und Mensen unterschrieben haben, hat der Bürgermeister versprochen zu handeln. Statt den Süßigkeiten soll es außerdem bald mehr gesunde Lebensmittel geben. Vor allem Obst aus der Region. Langfristig will er die Kantinen sogar klimaneutral aufstellen. Ein Triumph für die Heldinnen und Helden. Und auch bei der Plakatwerbung scheint sich etwas zu tun. Ein Plakatierer rückt an.

Wenn Boykott und Petition nicht reichen

Aber was ist das? Sweet Clueless hat noch einmal eine Schippe draufgelegt. Die neuen Plakate sind nicht nur rassistisch, sondern auch homophob und sexistisch. Ihre Anzahl hat sich verdoppelt. In einem Interview mit der regionalen Zeitung macht sich der Chef des Unternehmens außerdem über den Bürgermeister lustig: Es fallen die Worte »Klimaquatsch« und »Ökodiktatur«. Getoppt wird das Interview von einer Ankündigung: Sweet Clueless will neue, größere Produktions- und Lagerflächen bauen. 100 Hektar Acker- und Wiesenfläche sollen dafür versiegelt werden.

3. Die Demonstration: Gemeinsam laut werden

Menschenverachtende Werbung, das Kleinreden der Klimakrise und dann auch noch die Flächenversiegelung. Wie können sich die Heldinnen und Helden dagegen wehren? Mit der mächtigsten Form von Team-up: dem Protest beziehungsweise der Demonstration.

Mit einer Demonstration zeigt eine Gruppe von Menschen, dass sie mit bestimmten Zuständen, Entscheidungen oder Entwicklungen nicht einverstanden ist. Typischerweise marschieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Demonstration durch die Innenstadt oder treffen sich auf öffentlichen Plätzen. Cooles Heldinnen-Gadget dabei: selbst gestaltete Protestschilder und Transparente. Am liebsten bunt und witzig. Das sorgt für Aufmerksamkeit.

Wichtig: Auch wenn das Grundgesetz das Demonstrationsrecht garantiert, gibt es einige Regeln zu beachten.

Heldenbewegungen: Große Vorbilder

Von Arbeiterbewegung bis Fridays for Future. Scroll Dich hier durch große Protestbewegungen der Vergangenheit.

Passende Musikbegleitung: In unserer Spotify-Playlist findest Du Protestsongs aus allen Generationen.