Die Superstimme - Wie man sie einsetzt und was sie bewirkt

In unserer Blog-Serie »Helden der Demokratie« gibt es jede Woche frisches Wissen. Kommt mit uns auf Mission und besiegt die Ahnungslosigkeit. Jetzt zum Newsletter anmelden und keine Mission verpassen.

Auf dieser Mission wird es richtig ernst: Sie führt uns zur Wahlurne. Die Fähigkeit, die die Heldinnen und Helden der Demokratie in dieser Woche erwerben, ist wohl eine der mächtigsten Superkräfte überhaupt: die Superstimme.

Erwerben? Jede und jeder kriegt in einer Demokratie doch eine Stimme und darf wählen?! Das ist richtig. Jeder und jede Wahlberechtigte darf in Deutschland wählen. Aber die Superstimme haben nur die wahren Heldinnen und Helden der Demokratie. Die wissen, wie man sie richtig einsetzt und was die Stimme bewirkt. So können sie die listige Ahnungslosigkeit überwinden. Die versucht nämlich mit hinterhältigen Tricks, die Stimme ungültig zu machen.

Mission Durchblick verpasst?

Wer sich über die Wahl und über mögliche Kandidaten und Parteien informiert, sollte aufpassen, dass er nicht auf Falschinformationen hereinfällt. Diese Fähigkeit haben die Heldinnen und Helden bereits in der vergangenen Woche gelernt. Mission verpasst? Dann fange besser nochmal hier an.

Bei der Frage, wen man wählt, hilft es, das Nachrichtengeschehen bei seriösen Medien im Blick zu behalten. Orientierung gibt außerdem der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Wer sich intensiv mit den Parteien auseinandersetzen möchte, kann sich außerdem deren Parteiprogramme im Internet ansehen.

Die Stimme findet den Wähler

Aber wie kommen Heldinnen und Helden überhaupt an ihre Stimme? Wer in Deutschland gemeldet und wahlberechtigt ist, hat automatisch per Post eine Wahlbenachrichtigung erhalten. Darauf ist auch angegeben, wo genau man am Wahltag hin muss – also zu welchem Wahlbezirk man zählt und wo das Wahllokal ist, in dem man wählen darf.

Eine Tatsache, die die Stimme auch ziemlich besonders macht, ist, dass sie Orte und Zeiten überschreiten kann. Wer am Wahltag nämlich nicht ins Wahllokal gehen kann oder will, kann die Briefwahl beantragen. Seit 2008 muss man dafür auch keine Gründe mehr angeben. Wie man Briefwahlunterlagen erhält, steht in der Wahlbenachrichtigung.

Nicht alle Wählenden haben allerdings die Möglichkeit, regelmäßig ihre Briefkästen zu leeren. Wenn man zum Beispiel auf hoher See arbeitet oder als Soldatin im Auslandseinsatz ist, ist der Gang zum heimischen Briefkasten recht weit. Auch diese Personen sollen aber wählen dürfen. Heldinnen und Helden der Demokratie wissen, dass man die Briefwahlunterlagen schon Wochen im Voraus bei seiner Heimatgemeinde beantragen kann: zur Bundestagswahl 2021 zum Beispiel schon seit Anfang August.

Personen ohne festen Wohnsitz sind natürlich auch nicht vom Wählen ausgeschlossen. Sie können sich an dem Ort an die Gemeinde richten, an dem sie sich normalerweise aufhalten, um dort ins Wählerverzeichnis eingetragen zu werden.

Achtung: Eine abgegebene Stimme lässt sich nicht mehr aufhalten

Man muss dann auch nicht warten. Eilige Heldinnen und Helden können theoretisch direkt mit dem Erhalt der Briefwahlunterlagen ihre Stimme abgeben. Was sie dabei aber bedenken sollten: Einmal abgefeuert, kann man die Stimme nicht mehr aufhalten. Wer seinen Wahlbrief abgeschickt hat, kann seine Entscheidung nicht zurücknehmen. Wenn also zwischen der Stimmabgabe und dem Wahltag noch etwas passiert, das die Wahlentscheidung beeinflusst hätte, hat der Held vielleicht eine schlechte Wahl getroffen.

Ausgezählt werden diese Stimmen trotzdem erst am Wahltag. Die Wahlbriefe werden in der Gemeinde in einer Urne gesammelt und erst dann geöffnet.

Abenteuer Wahllokal

Wer sich aber voll und ganz auf das Abenteuer Wahl einlassen will, dem ist zum Gang ins Wahllokal geraten. Dort kann jeder Wählende seine Stimme zwischen 8 Uhr morgens und 18 Uhr einsetzen. Das regelt übrigens neben vielen anderen Formalien die Bundeswahlordnung. Nicht vergessen: Wahlbenachrichtigung und zur Sicherheit ein Ausweisdokument gehören am Wahltag in das Heldengepäck.

Im Wahllokal trifft man dann auf Verbündete: die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer. Zeigt man ihnen den Wahlschein, gibt man sich als Heldin oder Held der Demokratie zu erkennen. Und man erhält einen Stimmzettel.

In Deckung!

Dann gilt es Deckung zu suchen: Denn die Superstimme darf man immer nur im Schutz der Wahlkabine einsetzen. So will es das Wahlgeheimnis.

Hier schnell ein Selfie für die Instastory? Stopp! Hier bitte nicht die Ahnungslosigkeit siegen lassen. Klar, wer wählen geht, kann stolz darauf sein – ein Selfie mit ausgefüllten Stimmzettel aus der Wahlkabine auf Social Media zu posten, kann allerdings dazu führen, dass die Stimme ungültig wird. Generell gilt: Keine Fotos in der Wahlkabine! Am besten, man lässt das Smartphone im Wahlraum ganz in der Tasche. Gegen ein Beweisfoto vor dem Wahllokal spricht allerdings nichts.

Künstler sind erst auf der nächsten Mission gefragt

Auch beim Thema Stimmzettel sollte man der Ahnungslosigkeit nicht die Führung überlassen. Kommentare und Kritzeleien haben dort nichts verloren. Heldinnen und Helden, die sich gerne künstlerisch austoben, können ihr Talent in unserer nächsten Mission einbringen – beim Gestalten von Protest-Plakaten. Bei der Superstimme sollten sie sich auf Häkchen oder Kreuze beschränken, damit die Stimme nicht ungültig wird. Und zwar genau zwei – je eines für die Erst- und die Zweitstimme.

Moment: zwei Stimmen? Ja, die Superstimme vereint gleich zwei Stimmen. Welche das sind und was sie bewirken, zeigt unser Video.


Musik: Crazy Glue (Instrumental Version) by Josh Woodward is licensed under a Creative Commons Attribution 3.0 License.

Der Gang zur Urne

Die Wahl ist getroffen und die Kreuzchen sind gesetzt. Damit ist die Mission aber noch nicht beendet. Der Stimmzettel muss noch in die Wahlurne. Auf dem Weg dorthin kann die Ahnungslosigkeit weiter zuschlagen. Ein Fehler wäre es, mit dem Stimmzettel in der Hand offen zur Urne zu spazieren. Helden und Heldinnen der Demokratie wissen, dass man das Papier faltet. Wie genau ist egal – Hauptsache es ist nicht erkennbar, wo man das Kreuzchen gesetzt hat. Den gefalteten Zettel bringt man dann zurück zum Wahlhelfer. Der öffnet die Urne und man darf den Stimmzettel in den Schlitz gleiten lassen: Mission erfüllt!

Um 18 Uhr schließt das Wahllokal und die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer zählen die Stimmen aus. Dabei kann übrigens jeder zugucken. Die Voraussetzung ist nur, dass man den Vorgang nicht stört. Eine Möglichkeit, um die Wahl auch mal aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben, ist es, selbst Wahlhelfer zu werden.

Die Wahllokale sind geschlossen und die Stimmen ausgezählt. Damit ist das Abenteuer aber noch nicht beendet. Jetzt gilt es, eine Regierung zu bilden.

Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu gibt es hier.

 

 

 

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