FAQ Demokratie

Wer sich Heldin oder Held der Demokratie nennen will, muss sich in seinem Revier auskennen. Bevor die Heldenreise deshalb richtig losgeht, beginnen wir mit der Basisarbeit: Sechs häufig gestellte Fragen zum Thema Demokratie und deren Antworten.

Was bedeutet Demokratie?

Das Wort Demokratie kommt aus dem Griechischen und bedeutet Volksherrschaft. Die Staatsgewalt geht also vom Volk aus. Die Regierenden haben sich die Macht von den Bürgern nur geliehen. Knackig fasste es der ehemalige US-amerikanische Präsident Abraham Lincoln zusammen:

»Regierung des Volkes durch das Volk und für das Volk«.

Was macht eine Demokratie aus?

Was eine Demokratie ausmacht, lässt sich gar nicht so leicht sagen. Es gibt unterschiedliche Definitionen. Das deutsche Bundesverfassungsgericht hat eine «Freiheitliche Demokratische Grundordnung« herausgegeben, die Demokratie definiert. Fünf wichtige Merkmale einer Demokratie sind:

  • Die Achtung der Menschenrechte
  • Volkssouveränität
  • Gewaltenteilung
  • Verantwortlichkeit der Regierung
  • Chancengleichheit

In dieser Definition nicht direkt enthalten, aber deshalb nicht weniger wichtig: Eine Demokratie machen auch regelmäßige freie Wahlen aus.

Welche Formen der Demokratie gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Grundtypen der Demokratie: die direkte Demokratie und die repräsentative Demokratie.

Wie der Name schon andeutet, entscheidet das Volk in der direkten Demokratie unmittelbar selbst. Jeder darf in Volksentscheiden über die Regeln in einem Staat mitbestimmen. In einem kleinen Stadtstaat wie im Antiken Athen war das möglich, für moderne Staaten ist die direkte Demokratie aber unpraktisch.

In repräsentativen Demokratien wählt das Volk Repräsentantinnen und Repräsentanten. Durch ihre Stimme geben die Wählenden diesen Volksvertretern das Recht, in ihrem Namen politische Entscheidungen zu treffen. In der Realität vermischen sich beide Typen aber. In Deutschland wählt man zum Beispiel Volksvertreter, es gibt manchmal aber auch Volksentscheide.

In welcher Demokratie leben wir in Deutschland?

Bundestagswahlen, Landtagswahlen, Kommunalwahlen: In Deutschland haben die Wahlberechtigten regelmäßig die Chance, zu bestimmen, wer regiert. Wir haben es also mit einer repräsentativen Demokratie zu tun. Das Parlament ist in der Bundesrepublik besonders wichtig. Es wählt den Bundeskanzler und kontrolliert die Regierung. Deshalb spricht man auch von einer parlamentarischen Demokratie.

Wo herrscht Demokratie?

Manche Länder behaupten zwar von sich, Demokratien zu sein, sind es aber gar nicht. Ein Beispiel: Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) hat das Wort »Demokratie« sogar im Namen getragen – in Wirklichkeit handelte es sich aber um eine Diktatur. Um herauszufinden, wo tatsächlich Demokratie herrscht, gibt es Untersuchungen und Rankings. Ein Beispiel ist der Demokratieindex der Zeitschrift »The Economist«. Für diesen Index schauen sich Experten zum Beispiel an, wie die Wahlen in dem Land ablaufen. Momentan herrscht Demokratie in den größten Teilen Europas, Nord- und Südamerikas, in Australien und Ozeanien sowie einzelnen anderen Ländern.

Seit wann gibt es Demokratie und wo wurde Demokratie erfunden?

Die Geburtsstunde der Demokratie wird auf 508 v. Chr. datiert. Im Stadtstaat Athen, im antiken Griechenland, durften alle freien erwachsenen Männer an den Entscheidungen der Stadt mitwirken. In dieser direkten Demokratie wurden die Entscheidungsfragen ausdiskutiert und nach der mehrheitlichen Meinung entschieden. Auf dem heutigen Demokratieindex würde das antike Griechenland trotzdem sehr weit hinten liegen: Das Frauen nicht mitbestimmen ist sehr undemokratisch. Ganz zu schweigen, von den Sklaven, die es gab.

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