Wintersonnenwende

Wintersonnenwende bezeichnet den kürzesten Tag und die längste Nacht des Jahres.

Es handelt sich dabei um ein astronomisches Phänomen, das man wie die Sommersonnenwende auch Solstitium nennt. Sommer- und Wintersonnenwende gelten als astronomische Wendepunkte und markieren Sommer- bzw. Winteranfang.

In Stonehenge werden die Winter- und Sommersonnenwenden auch heute noch mit kultischen Feierlichkeiten begangen.
Die ursprüngliche Bedeutung von Stonehenge ist nach wie vor unklar, es gibt jedoch Theorien, die besagen, dass die Steinkreise zur Bestimmung der Sonnenwenden dienten.

Im Volksglauben kommt dieser Nacht eine besondere Bedeutung zu. Als dunkelste Nacht des Jahres wurde sie mit Hexen und Dämonen in Verbindung gebracht. Da gleichzeitig aber ab der Wintersonnenwende die Tage wieder länger werden, ist dieses Datum schon seit der Antike Anlass für Feierlichkeiten.

In unserem heutigen mitteleuropäischen Kalender fällt die Wintersonnenwende in die Nacht zwischen den 21. und 22. Dezember. Aufgrund verschiedener Kalenderreformen hat sich dieses Datum jedoch im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verschoben. So fiel die Wintersonnenwende in der Antike auf den 25.12., der als Tag des Sol invictus (die unbesiegbare Sonne, auch bekannt als Mithras) gefeiert wurde. Parallel dazu wurde seit dem frühen Christentum die Geburt Jesu, also das Weihnachtsfest, an diesem Tag begangen. In der Forschung umstritten ist die Frage, ob auch das Julfest im Zusammenhang mit der Wintersonnenwende steht.

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Durch die Kalenderreform Papst Gregors XIII. im Jahr 1582 wurde die Wintersonnenwende auf den 21.12. verschoben. An diesem Tag wurde bis vor einigen Jahrzehnten der heilige Thomas gefeiert. Da protestantische Länder die Kalenderreform eines katholischen Papstes jedoch anfangs ablehnten, wurde dieser erst nach und nach auch dort eingeführt. Dies führte zu weiteren Datumsverschiebungen, so dass beispielsweise die Wintersonnenwende zur Einführung der Kalenderreform in Schweden 1753 auf dem 13.12., dem Festtag der heiligen Lucia, lag.

An diesen Tagen, die im Laufe der Jahrhunderte mit der Wintersonnenwende zusammen fielen, wie dem 25.12., dem 21.12. oder dem 13.12., haben sich verschiedene Bräuche und Traditionen entwickelt, die auch in der heutigen Zeit noch begangen werden. Zu nennen sind hier vor allem das Weihnachtsfest, das Luciafest oder der Thomastag. Auch die sogenannten Zwölfnächte und Raunächte, die mit der Nacht der Wintersonnenwende zusammenhängen, sind somit von den Kalenderreformen betroffen. Je nach Region werden diese nun mit dem 21.12. oder mit dem 25.12. begonnen. Auch der 13.12. fungierte zeitweilig als Beginn der Zwölfnächte und Raunächte.

 

Artikel aus der Brockhaus Enzyklopädie.

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