NE GmbH Brockhaus

Rentier

Rentier [ˈrεn-, ˈreːn-]Ren, Rangifer tarandus, einzige Art (mit neun rezenten Unterarten; Kopf-Rumpf-Länge von 120 bis 220 cm) der zu den Trughirschen gestellten Gattung Renhirsche, die vor allem in Tundren und Wäldern Nordeurasiens, Kanadas und Grönlands verbreitet ist. Das dichte, langhaarige Fell ist im Sommer graubraun, zum Teil auch heller und gescheckt, im Winter bedeutend heller. Rentiere sind die einzige Hirschart, bei der auch die Weibchen ein Geweih tragen. Die Hufe sind spreizbar, wodurch das Einsinken auf feuchtem Boden vermindert wird. Rentiere leben in mehr oder weniger großen Rudeln, die auf ihren durch die kurze Vegetationszeit ihres Lebensraumes bedingten jahreszeitlichen Wanderungen auch große Flüsse durchschwimmen.

Rentiere leben in mehr oder weniger großen Rudeln. Sie sind die einzige Hirschart, bei der auch die Weibchen ein Geweih tragen.

Das Nordeuropäische Ren (Rangifer tarandus tarandus) kommt nur noch in Norwegen wild lebend vor; größtenteils wird es als Haustier in großen Herden gehalten. Es dient den nordischen Nomaden als Zug- und Tragtier sowie als Fell-, Fleisch-, Milch- und Lederlieferant. Die bekannteste nordamerikanische Unterart ist das in den Tundren (im Sommer) und Wäldern (im Winter) Ostkanadas lebende Karibu (Rangifer tarandus caribou).

Sie wollen mehr geprüftes Wissen?

Jetzt 14 Tage testen
Das dichte, langhaarige Fell des Rentiers ist im Sommer graubraun, im Winter bedeutend heller.

Kulturgeschichte: Während der Würm-Eiszeit (vor rund 100 000 bis 10 000 Jahren) drang das Rentier bis nach Mitteleuropa vor. Es war Hauptjagdbeute der Eiszeitmenschen, denen es nicht nur Fleisch und Felle, sondern auch Geweihe für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen lieferte. Aus dieser Zeit sind zahlreiche Schnitzereien, Felsbilder und Wandmalereien mit Rentierdarstellungen erhalten. Mit dem Abschmelzen des Eises in Mitteleuropa zog sich das Rentier auf sein heutiges Verbreitungsgebiet zurück. – Erste Nachweise für eine Domestikation des Rentiers als Zugtier stammen aus dem 3. vorchristlichen Jahrtausend.

Das Rentier ist vor allem in Tundren und Wäldern Nordeurasiens, Kanadas und Grönlands verbreitet.

 

Artikel aus der Brockhaus Enzyklopädie.

zur Enzyklopädie