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Krampus

Krampus, einer der wilden Begleiter des Nikolaus.

Während der Nikolaus die braven Kinder belohnt und beschenkt, sollen seine Begleiter die Kinder vom Bösen abschrecken.

Die Herkunft des Wortes Krampus ist unklar. Es wird entweder vom altgr. krámbos »eingetrocknet« hergeleitet und mit den Männchen aus getrockneten Pflaumen in Verbindung gebracht, die besonders in der Weihnachtszeit angeboten werden. Andere Meinungen leiten den Begriff dagegen vom mhd. krampe »Spitzhaue, Kralle« ab und verweisen somit auf das wilde und bestialische Element des Krampus.

Traditioneller Krampuslauf in Bad Tölz

Der Krampus ist ursprünglich eine heidnische Figur, die durch die Christianisierung in die Nähe des Teufels gerückt ist. Durch die Inquisition war die Verkleidung als Teufel und somit auch der Krampusbrauch vom 13. bis ins 18. Jahrhundert verboten.

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Der Krampus, der vor allem im alpenländischen Raum und in der Oberpfalz anzutreffen ist, heißt in anderen Regionen auch Kramperl, Bartl, Klaubauf, Rauwuckl oder Ganggerl. Neben dem Krampus gibt es noch zahlreiche weitere regional verschiedene Begleiterscheinungen des Nikolaus, wie die Buttnmandl aus dem Berchtesgadener Land oder die Klausen in Oberstdorf. Weniger furchterregend ist der Knecht Ruprecht, der mit einer dunklen Kutte bekleidet, den Nikolaus in den Mittel- und Norddeutschen Gegenden begleitet. Insgesamt weisen die verschiedenen Krampusbräuche regional sehr große Unterschiede auf.

Am Krampustag, dem 5. Dezember, gibt es in vielen Gegenden einen Krampuslauf, an dem die Krampusse in Felle gehüllt mit dämonischen Masken unter Glockengeläut durch die Straßen ziehen. Eng verwandt mit den Krampussen sind auch die Perchten, die anders als der Krampus, ursprünglich jedoch nicht der Vorweihnachtszeit entstammen, sondern in den Raunächten(die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag) ihr Unwesen treiben.

 

 

Artikel aus der Brockhaus Enzyklopädie.

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