Befana

Befana [italienisch] die, -/-s, Volksglauben, nach dem Fest Epiphanias benannter, besonders in Oberitalien volkstümlicher weiblicher Dämon der Zeit der Zwölf Nächte um Weihnachten.

In der Nacht vom 5. zum 6. Januar fliegt der Sage nach die Hexe Befana umher

Der Sage nach fliegt »La Befana« am Fest der Epiphanie in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar von Haus zu Haus, um das Jesuskind zu suchen, über dessen Geburt sie von den drei heiligen Königen erfahren hat. In der Hoffnung, sie finde es unter den Kindern, brachte sie den Kinder Geschenke. In die mythische Figur der Befana sind damit auch christliche Bestandteile eingegangen. Sie entspricht der deutschen Percht.

Die Figur der Befana ist bereits im Mittelalter bezeugt. Besondere Bedeutung erlangte sie in der Zeit des Faschismus, wo sie als Propagandamittel missbraucht wurde. Die Nationalfaschistische Partei veranstaltete am Tag der »Befana fascista« eine Wohltätigkeitsveranstaltung und die Kinder erhielten Geschenkpakete mit Kleidung, Obst, Süßigkeiten sowie einem Bild des »Duce« Mussolini.

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Auch wenn heutzutage die positiven Aspekte dieser Figur überwiegen, steht sie auch für die Bestrafung von bösen Kindern und für den nächtlichen Spuk. Kinder werden zu »La Befana« mit Süßigkeiten beschenkt. Weniger brave Kinder erhalten die sogenannte »carbone dolce«, dunkle Schokolade oder schwarz gefärbte Zuckermasse, die wie Kohle aussieht.

Während die braven Kinder Süßigkeiten bekommen, erhalten die frechen Kinder von Befana Carbone dolce »süße Kohlen«

Zu Ehren der Befana, sagen Kinder häufig folgenden Reim:

La Befana vien di notte (Die Befana kommt bei Nacht)

con le scarpe tutte rotte (mit ihren kaputten Schuhen)

col cappello alla romana (mit ihrem römischen Hut)

VIVA VIVA LA BEFANA! (Hoch lebe die Befana)

 

Artikel aus der Brockhaus Enzyklopädie.