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Bayern

Bayern, Freistaat Bayern, Land im Süden von Deutschland, mit 70 550 km2 das flächenmäßig größte, mit (2014) 12,7 Mio. Einwohnern nach der Bevölkerungszahl (nach Nordrhein-Westfalen) das zweitgrößte, jedoch mit 180 Einwohnern je km2 eines der dünner besiedelten deutschen Bundesländer. Bayern umfasst den Ostteil Süddeutschlands, grenzt im Osten an die Tschechische Republik, im Norden an Thüringen und Sachsen, im Westen an Hessen und Baden-Württemberg, im Süden an Österreich und hat im Südwesten um Lindau Anteil am Bodensee. Hauptstadt ist München.

Bayern: Lageskizze politische Verwaltungseinheit

Recht

Nach der am 8. 12. 1946 in Kraft getretenen Verfassung (mit Änderungen) liegt die gesetzgebende Gewalt beim Landtag (180 Mitglieder), der nach modifiziertem (»verbessertem«) Verhältniswahlrecht vom Volk für 5 Jahre gewählt wird. An der Spitze der Staatsregierung steht der vom Landtag auf 5 Jahre gewählte Ministerpräsident, der die Richtlinien der Politik bestimmt und mit Zustimmung des Landtages die Staatsminister und die Staatssekretäre ernennt. Die Verfassung kennt die Möglichkeit von Volksbegehren und Volksentscheid, Verfassungsänderungen bedürfen der Zustimmung durch das Volk.

Flagge und Wappen: Es bestehen zwei gleichberechtigte Landesflaggen in weiß-blauer Farbe: eine in zwei gleich breiten Streifen Weiß über Blau, die zweite ist schräg gerautet entsprechend dem Herzschild des bayerischen Wappens. – Das Staatswappen (seit 1835), in seiner heutigen Form 1950 vom bayerischen Landtag beschlossen, ist in vier Felder geteilt und weist zusätzlich den silber-blauen Rautenschild als Herzschild auf. Die Felder zeigen den in Gold gehaltenen pfälzischen Löwen auf schwarzem Grund, den fränkischen »Rechen« (drei silberne Spitzen auf rotem Grund, die drei fränkischen Regierungsbezirke von Bayern dokumentierend), den altbayerischen blauen »Panther« auf silbernem Grund und drei übereinander angeordnete schwarze Löwen auf goldenem Grund, die den schwäbischen Teil von Bayern darstellen. Schildhalter sind zwei goldene Löwen.

Bayern: Flagge – Bayern verwendet zwei Flaggen. Neben dieser weiß-blauen Streifenflagge existiert noch die – ebenfalls weiß-blaue – Rautenflagge.
Bayern: Wappen – das kleine Wappen des Freistaates Bayern besteht aus weißen und blauen Rauten, die von einem goldenen Rand umgeben sind; darauf sitzt die Volkskrone.

Verwaltung: Bayern ist in 7 Regierungsbezirke (Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken, Schwaben), diese sind in 71 Landkreise und 25 kreisfreie Städte, insgesamt in 2 056 Gemeinden gegliedert. Außerdem gibt es 18 regionale Planungsverbände einschließlich des gemeinsam mit Baden-Württemberg errichteten Regionalverbands Donau-Iller.

Recht: Die Rechtsprechung üben der Verfassungsgerichtshof (München), 3 Oberlandesgerichte (München, Bamberg, Nürnberg), 22 Land- und 73 Amtsgerichte aus. Es gibt ferner 2 Landesarbeitsgerichte (München, Nürnberg) sowie 11 Arbeitsgerichte, das Landessozialgericht (München) und 7 Sozialgerichte, 2 Finanzgerichte, einen Verwaltungsgerichtshof (München) und 6 Verwaltungsgerichte.

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Landesnatur

Bayern erstreckt sich rund 330 km zwischen der unteren Mainebene und den Nördlichen Kalkalpen; es hat Anteil an der Mittelgebirgsschwelle, am süddeutschen Schichtstufenland, am Alpenvorland und an den Alpen. Der von den Mittelgebirgen geprägte Landschaftsraum nördlich der Donau umfasst im Nordwesten das stark bewaldete Buntsandsteingebirge des Spessarts (Geiersberg 585 m über dem Meeresspiegel) und im äußersten Norden Basaltkuppen und -flächen der Rhön(Kreuzberg 928 m über dem Meeresspiegel). Nach Süden und Südosten schließt sich das Schwäbisch-Fränkische Schichtstufenland mit den fruchtbaren Gäulandschaften und mit Haßbergen, Steigerwald und Frankenhöhe als höher gelegene Landstufe an; auf dieser liegt das Mittelfränkische Becken (mit Nürnberg im Mittelpunkt), das im Süden und Osten gürtelartig von der 200–300 m über dem Meeresspiegel aufragenden, stark zerschnittenen Fränkischen Alb (aus Jurakalken, zum Teil verkarstet) mit der Felslandschaft der Fränkischen Schweiz im Norden und dem Kessel des Nördlinger Rieses im Westen umrahmt wird. Die Fränkische Alb wird im Nordosten begrenzt von Frankenwald (bis 795 m über dem Meeresspiegel) und Fichtelgebirge (Schneeberg 1 051 m über dem Meeresspiegel, Ochsenkopf 1 024 m über dem Meeresspiegel), dem sich jenseits der Naabsenke nach Süden und Südosten Oberpfälzer WaldBayerischer Wald und Böhmerwald (Großer Arber 1 455 m über dem Meeresspiegel, Großer Rachel 1 452 m über dem Meeresspiegel) anschließen.

Fichtelgebirge: Der Luftkurort Warmensteinach im Fichtelgebirge liegt in der Nähe von Bayreuth.

Die Donau (zwischen Ulm und Passau) grenzt dieses Gebiet deutlich nach Süden gegen das Alpenvorland ab; Moose (Moorgebiete) begleiten ihr Tal oberhalb des Kelheimer Durchbruchs; südlich von Regensburg erstreckt sich der Dungau, die »Kornkammer Bayerns«. Zwischen Iller und Salzach/Inn liegt das Alpenvorland, im Norden größtenteils lössbedecktes tertiäres Hügelland als Hinterlassenschaft der pleistozänen Alpengletscher und ihrer Schmelzwässer, im Mittelbereich mächtige Schotterebenen (Memminger Ebene, Lechfeld, Münchener und Mühldorfer Ebene), im Süden End- und Grundmoränen mit dazugehörigen Seen (Ammersee, Starnberger See, Chiemsee, Staffelsee, Tegernsee, Schliersee). Über Molasserücken und weich geformte Flyschrücken steigen von den Allgäuer über die Bayerischen bis zu den Berchtesgadener Alpen die schroffen Grate und Hochplateaus der Nördlichen Kalkalpen auf (Zugspitze, höchster Berg Deutschlands, 2 962 m über dem Meeresspiegel).

Allgäu: Zugspitze und Rießersee – Blick auf das tiefblaue Wasser des Rießersees im Allgäu; im Hintergrund erheben sich die Alp- und die Zugspitze.

 

Die Donau übertrifft mit einem Einzugsgebiet (bis zur bayerisch-österreichischen Grenze) von 77 178 km2 das des Mains (27 208 km2) deutlich, steht ihm aber an Bedeutung als Schifffahrtsweg nach. Die wasserreichsten Zuflüsse der Donau sind die vom Süden aus den Alpen kommenden IllerLechIsarund Inn.

36,4 % der Gesamtfläche Bayerns sind mit Wäldern bedeckt. Mit 2,57 Mio. ha hat Bayern die größte Waldfläche Deutschlands. Das Alpengebiet, die ostbayerischen Grenzgebirge und der Spessart haben die größten geschlossenen Waldgebiete aufzuweisen. Neben den Nationalparks Bayerischer Wald (242 km2) und Berchtesgaden (208 km2) sowie dem Biosphärenreservat Rhön (gesamt 1 853 km2, davon 728 km2 in Bayern) und Berchtesgaden (840 km2, umfasst den gleichnamigen Nationalpark) sind (2016) 603 Naturschutzgebiete (1 623 km2) und 702 Landschaftsschutzgebiete (21 209 km2) ausgewiesen.

Bayerischer Wald: Am Fuß des Großen Rachel liegt der sagenumwobene Rachelsee im Nationalpark Bayerischer Wald.

 

Klima: Durch die Höhe über dem Meeresspiegel und die Entfernung vom Meer hat die bayerische Hochebene ein raues Klima und eine ausgeprägtere Kontinentalität als das deutlich wärmere Bodenseegebiet. Dieser Gegensatz wiederholt sich in Nordbayern zwischen dem warmen Maintal und den benachbarten Gäuen einerseits und den rauen klimatischen Bedingungen von Spessart und Rhön andererseits. Auf der Fränkischen Alb werden die Niederschläge (im Jahresmittel 650–750 mm) von dem durchlässigen Kalkboden rasch aufgesogen, so dass sie zu den trockensten Gebieten Bayerns zählt. Die Donauniederung ist verhältnismäßig warm, unterliegt aber starken täglichen Temperaturschwankungen. Feucht und schneereich mit kürzeren Vegetationszeiten als Hügel- und Gäulandschaften sind Fichtelgebirge, Bayerischer Wald und Böhmerwald sowie der stark von den Alpen beeinflusste Teil des Alpenvorlandes.

Bevölkerung

Bayern war Siedlungsgebiet von BaiernFranken und Alemannen. Die Baiern ließen sich in Ober- und Niederbayern und der Oberpfalz nieder, die Franken im Maingebiet und um das Fränkische Schichtstufenland, die Alemannen im Alpenvorland westlich des Lechs und südlich des Nördlinger Rieses.

In den offenen Landschaften Frankens herrschen Haufendörfer mit dem mitteldeutschen Ernhaus (»fränkisches Gehöft«) und mit Fachwerkbauten vor, in den später gerodeten Waldlandschaften Straßendörfer und Weiler. Nieder- und Oberbayern, in geringerem Ausmaß auch die Oberpfalz und Schwaben, sind reich an Weilern und Einzelhöfen (»Einöden«). Die Vielzahl alter Stadtwesen ist charakteristisch; Handelsstädte, Residenzen und Bischofssitze neben zahlreichen Zwergstädten, Kloster- und Marktsiedlungen spiegeln die alte Landeskultur und Staatsgeschichte wider. Den reicheren Ackerbaulandschaften Unterfrankens und Niederbayerns stehen weite Graslandgebiete mit intensiver Viehhaltung und Milchwirtschaft in den feuchteren Landstrichen der Mittelgebirge (Rhön) und des Alpenvorlandes gegenüber.

Alm: Bis zum Almbabtrieb hat das Milchvieh etwa 120 Tage auf den Bergweiden verbracht.
Durch Aufnahme von 2,4 Mio. Heimatvertriebenen und Flüchtlingen während des Zweiten Weltkriegs und danach wurden Verteilung und Struktur der Bevölkerung nachhaltig beeinflusst. Am 31. 12. 2014 wohnten 1,42 Mio. Ausländer in Bayern (11,2 % der Landesbevölkerung), davon waren 201 400 Türken, 96 100 Rumänen, 94 700 Polen, 92 300 Italiener, 84 600 Österreicher, 69 200 Griechen und 64 200 Kroaten. Im Jahr 2015 entfielen 67 600 Asylsuchende (nur Erstanträge; 15,3 % der bundesweiten Erstanträge) auf Bayern. Bei einer landesweit geringen Bevölkerungsdichte werden nur in den Ballungszentren der Großstädte Augsburg, München, Nürnberg, Regensburg und Würzburg hohe Bevölkerungsdichten erreicht.Religion: Ende 2014 gehörten 52,1 % der Bevölkerung der katholischen Kirche an, 19,4 % der evangelischen Landeskirche. Die jüdische Religionsgemeinschaft zählte 2012 rund 16 400 Mitglieder (etwa 0,13 % der Bevölkerung). Der Bevölkerungsanteil der Muslime betrug 2011 laut letzter Volkszählung ca. 4 %. Das Land Bayern umfasst seitens der katholischen Kirche die Erzdiözesen Bamberg, München und Freising sowie die Bistümer Augsburg, Eichstätt, Passau, Regensburg und Würzburg; auf evangelischer Seite decken sich Landesgebiet und Kirchengebiet der »Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern«. Der Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern vertritt dreizehn Gemeinden. Die Zahl islamischer Gebetsstätten (repräsentative Moscheen, Gebetshäuser, Versammlungsräume) wird auf etwa 400 geschätzt.Bildungswesen: Die allgemeinbildenden Schulen umfassen laut Bayerischem Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG vom 31. 5. 2000) Grundschule und Hauptschule (Volksschule), Realschule, Gymnasium und Schulen des zweiten Bildungsweges. In der Grundschule werden Schüler des 1. bis 4. Schuljahrganges unterrichtet. Die Grundschule wird in Bayern als »kind- und familiengerechte Halbtagsschule« geführt. Der Unterricht einer Fremdsprache ist für alle Grundschüler im 3. und 4. Schuljahr obligatorisch. In der Hauptschule werden Schüler des 5. bis 9. Schuljahrganges unterrichtet und zum erfolgreichen beziehungsweise qualifizierten Hauptschulabschluss geführt. Der Besuch einer freiwilligen Mittlere-Reife-Klasse im 10. Schuljahrgang ermöglicht Schülern der Hauptschule bei guter Leistung den Erwerb eines mittleren Schulabschlusses. Die Hauptschule wird zur Mittelschule weiterentwickelt. Um als Mittelschule anerkannt zu werden, muss eine Hauptschule regelmäßig 3 berufsorientierende Zweige Technik, Wirtschaft und Soziales, ein Ganztagsangebot sowie ein Angebot, das zum mittleren Schulabschluss führt, aufweisen. Die Realschule umfasst die Jahrgangsstufen 5 bis 10 und verleiht nach bestandener Abschlussprüfung den Realschulabschluss. Das Gymnasium vermittelt Schülern eine vertiefte allgemeine Bildung und führt zum Abitur; mit dem Schuljahr 2004/05 wurde in Bayern das achtjährige Gymnasium eingeführt (Abschluss der Einführung 2011).  Zum Schuljahr 2018/19 kehrt Bayern zum neunjährigen Gymnasium zurück. Zu den Schulen des zweiten Bildungswegs gehören die Abendrealschule, das Abendgymnasium und das Kolleg. Die berufsbildenden Schulen umfassen Berufsschule, Berufsfachschule, Wirtschaftsschule, Fachschule, Fachoberschule, Berufsoberschule und Fachakademie. Neben den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen besteht ein reich gegliedertes System von Förderschulen; mit Änderung des BayEUG vom 12. 3. 2003 wurde die Möglichkeit integrativer Unterrichtsformen in allgemeinen Schulen ausgebaut. – Der Elementarbereich wird im Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG, in Kraft seit 1. 8. 2005; Novellierung 1. 1. 2013) geregelt. Im März 2015 lag die Betreuungsquote in Kindertageseinrichtungen oder der öffentlich geförderten Kindertagespflege in der Altersgruppe der 3- bis unter 6-jährigen Kinder bei 93,5 %, in der Altersgruppe der unter 3-jährigen betrug sie 27,5 %.Im Hochschulbereich bestehen 10 staatliche Universitäten (in München [Universität, Universität der Bundeswehr und TU], Erlangen-Nürnberg, Würzburg, Regensburg, Augsburg, Bamberg, Bayreuth und Passau), 18 staatliche Hochschulen für angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen), 3 staatliche Musikhochschulen, 2 staatliche Akademien der Künste, die Hochschule für Fernsehen und Film sowie die Bayerische Theaterakademie. Zudem gibt es eine Reihe weiterer Hochschulen in kommunaler, kirchlicher und privater Trägerschaft. Ein zusätzliches Bildungsangebot ist die Virtuelle Hochschule Bayern, die als Verbundeinrichtung aller bayerischen Hochschulen den Einsatz multimedialer Lehr- und Lernelemente in den Hochschulen fördert und Studierenden virtuelle Lernangebote zur Verfügung stellt.

Wirtschaft

In Bayern hat sich die Wirtschaftsstruktur nach dem Zweiten Weltkrieg grundlegend gewandelt. Aus einem traditionellen Agrarland wurde ein moderner Industriestandort mit einem wachsenden Dienstleistungssektor. Hochtechnologie und Wachstumsbranchen prägen wie in wenigen anderen Regionen Deutschlands das Bild.

Mit dem weitreichenden Strukturwandel ging die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft deutlich zurück. Ihr Beitrag zur Bruttowertschöpfung lag 2015 nur noch bei 0,6 %. Das stark hochtechnologieorientierte produzierende Gewerbe trug 2015 mit 34,4 % zur Bruttowertschöpfung bei. Davon entfielen auf das verarbeitende Gewerbe 29,5 % und auf das Baugewerbe 4,9 %. Gegenüber 1991 verzeichnete der Sektor jedoch trotz eines Produktionszuwachses wegen des schnelleren Dienstleistungswachstums einen Anteilsrückgang um gut fünf Prozentpunkte. Die stärkste Rolle auf den in- und ausländischen Märkten spielen nach wie vor Fahrzeugbau, Elektroindustrie und Maschinenbau. In zukunftsweisenden Hochtechnologiebereichen wie der Informations- und Kommunikationstechnologie, Biotechnologie, Energietechnologie, Luft- und Raumfahrt, Mechatronik sowie Medizintechnik gehört Bayern zu den international führenden Standorten. Deutlich an Bedeutung gewonnen hat der tertiäre Sektor, der seinen Anteil an der Bruttowertschöpfung von 61,1 % (1991) auf 65,0 % (2015) ausweiten konnte. Starke Wachstumsimpulse gehen von den unternehmensnahen Dienstleistungen, z. B. der Datenverarbeitung, Projektentwicklung, Logistik, Unternehmensberatung oder dem Bereich Werbung und Marketing, sowie der Versicherungswirtschaft aus.Seit den 1970er-Jahren liegt das Wirtschaftswachstum in Bayern deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Im Zeitraum 2010 bis 2015 betrug das Wirtschaftswachstum in Bayern 12,3 %, im Bundesdurchschnitt waren es mit 7,9 % deutlich weniger. Die gesamtwirtschaftliche Leistung belief sich 2015 nominal auf 549,2 Mrd. €. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner von nominal 43 092 € (2015) übertrifft den bundesdeutschen Durchschnitt, der bei 37 099 € liegt, erheblich.Die höchste Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen im letzten Jahrzehnt verzeichnete Bayern 2005 mit 7,8 %; der niedrigste Stand wurde 2016 mit 3,6 % notiert (Bundesdurchschnitt: 6,3 %).Industrie: Das industrielle Profil in Bayern ist breit aufgefächert. Die bedeutendsten Produktionsbereiche waren 2014 der Maschinenbau (18,1 % aller Beschäftigten), die Herstellung von Kraftwagen und -teilen (15,2 %) und die Elektroindustrie (Herstellung von elektrischen Ausrüstungen 9,0 %). Stärker ins Gewicht fallen außerdem Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln (8,6 %), die Produktion von Metallerzeugnissen (7,9 %), die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (6,3 %), die Herstellung von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (6,5 %) sowie von chemischen Erzeugnissen (4,2 %) und das Glasgewerbe (3,7 %). Darüber hinaus ist Bayern wichtiger Standort für eine Reihe kleinerer Branchen, z. B. Rundfunk-, Fernseh- und Nachrichtentechnik, Verlags- und Druckgewerbe, Möbelherstellung, Textilgewerbe und Bekleidungsindustrie. Räumlich zeigt die Produktion ebenfalls eine starke Diversifizierung.

Die größten Industriestandorte sind München sowie der Raum Nürnberg–Fürth–Erlangen. Weitere Schwerpunkte bilden die Städte Augsburg, Ingolstadt, Dingolfing, Regensburg, Neu-Ulm und Schweinfurt.

Bodenschätze: Bayern verfügt bei den mineralischen Rohstoffen über erhebliche Vorkommen, insbesondere auf dem Sektor der Massenrohstoffe sowie der Industrieminerale. Zu den Massenrohstoffen zählen in Bayern die in hochwertiger Qualität vorhandenen Sande und Kiese, Natursteine, Lehm und Tone sowie Zementrohstoffe. Bei den Industriemineralen sind von regionalwirtschaftlicher Bedeutung insbesondere die Kaolingewinnung um Hirschau-Schnaittenbach, die Bentonitgewinnung zwischen Freising und Landshut sowie die Gewinnung der Kieselerde um Neuburg/Donau. Die Kaolin- und Bentonitvorkommen sind die größten in Deutschland; Kieselerde ist in dieser Zusammensetzung weltweit einzigartig. Ferner wird Grafit untertägig in Kropfmühl bei Passau abgebaut. In Berchtesgaden wird Salz im Nassabbau gewonnen. Die Sole wird in Bad Reichenhall zu Gewerbesalzen verarbeitet. Bei den energetischen Rohstoffen spielt der Erdgas- und Erdölbergbau nur eine geringe Rolle. Von energiepolitischer Bedeutung sind jedoch die in Südbayern in den ausgeförderten Erdgaslagerstätten errichteten Porengasspeicher mit einem Arbeitsgasvolumen von 7,15 Mrd. m3 (2014). Für die geothermische Nutzung von Tiefenwässern für Zwecke der Wärmeversorgung liegen in Südbayern günstige geologische Voraussetzungen vor. In einigen Fällen wie z. B. Erding, München-Riem, Simbach-Braunau, Straubing und Unterschleißheim werden diese bereits genutzt.

Energiewirtschaft: Die Energieversorgung Bayerns wurde durch die Inbetriebnahme von Kernkraftwerken seit 1977 grundlegend umgestellt. Betrug der Anteil der Elektrizitätserzeugung aus Kernenergie 1980 lediglich 10,8 %, so erzeugten 2014 die vier Kernkraftwerke (Grafenrheinfeld, Gundremmingen B, Gundremmingen C und Isar 2) 48,0 % der Elektrizität. Im selben Jahr betrug der Anteil aus Wasserkraft und anderen erneuerbaren Energien erzeugter Elektrizität 36,2 %. Der bayerische Primärenergieverbrauch wurde zu 36,3 % durch Mineralöl gedeckt, auf Kernenergie entfielen 22,9 %, auf Gas 18,9 %, auf Kohle 3,3 % und auf erneuerbare Energieträger 15,8 %.

Landwirtschaft: Trotz rückläufiger gesamtwirtschaftlicher Bedeutung hat Bayern nach wie vor die größte landwirtschaftliche Nutzfläche (17,9 %) und die meisten landwirtschaftlichen Betriebe (32,7 %) unter allen Ländern in Deutschland. Von der landwirtschaftlichen Nutzfläche (2014: 3,14 Mio. ha) entfielen 66,1 % (2,08 Mio. ha) auf Ackerland, 33,5 % (1,05 Mio. ha) auf Dauergrünland und 0,4 % auf sonstige landwirtschaftliche Flächen (u. a. Gartenland, Obstanlagen, Baumschulen und Rebland/Rebflächen). Vom Ackerland dienen 56,2 % dem Getreideanbau, wobei Gerste und Weizen die größte Bedeutung zukommt. Hauptanbaugebiete sind die Gäulandschaften und das niederbayerische Tertiärhügelland. In Unter- und im westlichen Oberfranken kommt der Erzeugung von Braugerste eine besondere Bedeutung zu. Mehr als verdoppelt wurde seit 1960 die Anbaufläche von Hopfen (86,2 % der deutschen Anbaufläche), der auf die Anbaugebiete Hallertau, Spalt und Hersbruck konzentriert ist. Weinbau wird im unterfränkischen Maintal, auch im Tal der Fränkischen Saale sowie an der westlichen Abdachung des Steigerwaldes betrieben (Anbaugebiet Franken). Weitere wichtige Anbauprodukte sind Hackfrüchte (Kartoffeln, Zuckerrüben, Futterrüben). Obstbau wird schwerpunktmäßig in den Regierungsbezirken Unterfranken (vorwiegend Zwetschgen und Pflaumen), Schwaben (Apfelkulturen) und Oberfranken (Süßkirschen) betrieben. Bayern ist eine der größten Milcherzeugerregionen Europas und produziert 27,6 % der gesamten Milch in Deutschland (vorwiegend in den Grünlandgebieten des Alpenvorlandes). Etwa die Hälfte davon geht in die Käseherstellung (vor allem im Allgäu, aber auch im südlichen Oberbayern).

Dienstleistungssektor: In den Bereichen Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen betrug die Bruttowertschöpfung 2015 bundesweit 715,61 Mrd. €; Bayern steuerte hierzu mit 128,02 Mrd. € (17,9 %) den zweithöchsten Beitrag bei (nach Nordrhein-Westfalen). Der Bereich der unternehmensbezogenen Dienstleistungen mit hoher Wertschöpfung ist überdurchschnittlich gut entwickelt. Besondere Bedeutung hat dabei München als überregionales Zentrum. Bei den Printmedien rangiert die bayerische Metropole international an vorderster Stelle. Auch im Bereich der Neuen Medien ist München gut positioniert. Wichtiger Standort im Dienstleistungssektor ist daneben der Großraum Nürnberg (Bereiche Konsumforschung und Datenverarbeitung). Die Messeplätze München und Nürnberg haben internationale Geltung.

Tourismus: Auf dem Gebiet des Tourismus spielt Bayern mit (2015) 88,1 Mio. Übernachtungen die mit Abstand führende Rolle innerhalb Deutschlands (gut ein Fünftel aller Übernachtungen). Hauptanziehungspunkte sind die Alpenregion und die Seen des Alpenvorlandes, der Bayerische Wald, die Fränkische Seenplatte, die unterfränkischen Weinbaugebiete sowie Rhön, Spessart und Fichtelgebirge. Bedeutendste Zentren des Tourismus sind nach den Übernachtungszahlen (2015) München mit Umgebung (18,9 Mio.), Allgäu (11,8 Mio.), Bayerischer Wald (7,0 Mio.), Bayerisches Thermenland (5,1 Mio.), Städteregion Nürnberg (3,9 Mio.), Zugspitz-Region (3,1 Mio.), Rhön (2,9 Mio.), Berchtesgadener Land (2,7 Mio.), Bayerisch-Schwaben (2,9 Mio.) und Chiemgau (2,7 Mio.). Von den 34,2 Mio. Touristen kamen (2015) 8,5 Mio. aus dem Ausland (vor allem aus den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, den USA und Italien).

Außenwirtschaft: Bayern ist ein stark exportorientiertes Land. Die Ausfuhren stiegen bis 2008 auf 154 Mrd. €, 2009 gingen sie vor dem Hintergrund der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise auf etwa 124 Mrd. € zurück und stiegen bis 2015 wieder auf 179,0 Mrd. € an. Die Einfuhren betrugen 2008 129 Mrd. €, 2009 beliefen sie sich auf 110 Mrd. € und 2015 auf 161,3 Mrd. €. An den gesamten Exporten Deutschlands hatte Bayern 2015 einen Anteil von 15,0 % (dritte Stelle nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg). Über 75 % der bayerischen Ausfuhren waren Fahrzeuge, Maschinen, chemische und elektrotechnische Erzeugnisse. Hauptabnehmerländer waren die USA und die EU-Staaten.

Verkehr

Bayerns Verkehrsnetz wurde in den letzten Jahrzehnten stark ausgebaut. 1992 wurde der Main-Donau-Kanal fertiggestellt. Weitere wichtige Binnenwasserstraßen sind der Main (ab Bamberg) und die Donau (ab Kelheim). Bedeutendster Hafen ist Regensburg. Internationale Flughäfen sind der 1992 eröffnete und 2003 um ein zusätzliches Terminal erweiterte Flughafen München und der Flughafen Nürnberg.

 

Geschichte

Das Stammesherzogtum: In der 1. Hälfte des 6. Jahrhunderts n. Chr. war die Landnahme der Baiern in dem Gebiet zwischen Lech, Donau und Alpen abgeschlossen. Unter Führung des schon früh in Regensburg ansässigen Herzogsgeschlechts der Agilolfinger dehnten sie ihre Macht auch nördlich der Donau aus. 591 gerieten die Agilolfinger in Abhängigkeit vom Fränkischen Reich. Im 8. Jahrhundert missionierten Iren, Schotten, Angelsachsen (Bonifatius) und Franken (EmmeramRupert) in Bayern; Bonifatius organisierte Mitte des 8. Jahrhunderts die Bistümer Salzburg, Passau, Regensburg, Freising und Eichstätt. Der letzte Agilolfinger, Herzog Tassilo III., gründete zahlreiche Klöster, förderte die kirchliche Kultur und dehnte mit der endgültigen Unterwerfung der im Alpengebiet ansässigen Slawen seinen Machtbereich bis nach Karantanien (Kärnten; nach 740) aus. Mit seiner Absetzung durch Karl den Großen (788) endete das ältere bayerische Stammesherzogtum (Regnum), das nun karolingisches Teilreich wurde.

Nach dem Zerfall des (karolingischen) Fränkischen Reichs gewann Bayern als Unterkönigtum unter Ludwig (II.) dem Deutschen (ab 817) die Führung der ostfränkischen Stämme und wurde als dessen Hausgut zum Kernland des Ostfränkischen Reiches. Markgraf Luitpold, der Stammvater des Geschlechts der Luitpoldinger, fiel 907 als Führer des bayerischen Adels im Kampf gegen die Ungarn. Sein Sohn Arnulf der Böse (907–937) erneuerte das Stammesherzogtum und behauptete gegenüber König Heinrich I., den er 921 nur formell anerkannte, seine Selbstständigkeit. Nach Abwehr der Ungarn (Lechfeld 955) begann eine erneute bayerische Ostsiedlung, die in der Schaffung der ottonischen bayerischen Ostmark gipfelte. König Otto I., der Große, der Bayern 938–947 dem (Heiligen Römischen) Reich fest eingliederte, gab das bayerische Herzogtum 947 und dazu 952 Friaul seinem Bruder, Herzog Heinrich I.; dessen Sohn Heinrich (II.) der Zänker (955–976 und 985–995) konnte Bayern erheblich vergrößern (u. a. Verona, Istrien, Krain). Er empörte sich gegen Kaiser Otto II. Dieser setzte ihn 976 ab und trennte die bayerische Ostmark, den Nordgau und Kärnten mit den italienischen Marken von Bayern; 985 erhielt Heinrich der Zänker Bayern wieder zurück. Sein Sohn Heinrich II., der Heilige (995–1024 Herzog von Bayern, ab 1002 Römischer König, ab 1014 Kaiser), stiftete 1007 das Bistum Bamberg. Die Witwe Kaiser Heinrichs III.Agnes (von Poitou), verlieh das Herzogtum 1061 an Otto von Northeim. König Heinrich IV. übergab Bayern 1070 an die Welfen (Welf I., bis 1101), die durch Stärkung der inneren Geschlossenheit Bayern zu mehr politischem Eigengewicht zu verhelfen vermochten; so unterstützte es z. B. im Investiturstreit die Reichsgewalt. Im Kampf gegen den Staufer König Konrad III. verlor der Welfe Heinrich (X.) der Stolze (ab 1126), der 1137 auch das Herzogtum Sachsen erhalten hatte, Bayern 1139 an die Babenberger (Leopold IV.). 1156 setzte Kaiser Friedrich I. Barbarossa die Welfen mit Heinrich dem Löwen wieder in ihre ehemaligen Besitzungen ein; die Ostmark blieb jedoch als Herzogtum Österreich den Babenbergern. Nach dem Sturz Heinrichs erhob Friedrich I. 1180 auch Steiermark, die letzte bayerische Mark im Osten, zum selbstständigen Herzogtum; das auf sein Kerngebiet verkleinerte Bayern übertrug er dem bayerischen Pfalzgrafen Otto I. von Wittelsbach.

Das Herzogtum der Wittelsbacher: Die ersten Wittelsbacher stützten sich auf umfangreichen Besitz und verstanden es geschickt, das Aussterben großer Adelsgeschlechter (Steffling 1196, Voburg 1204, Andechs 1248 u. a.) für ihre territorialen Ziele zu nutzen. Mit Stadtgründungen, Errichtung von Marktflecken sowie der Neuordnung des Rechtswesens bauten sie das in Auflösung befindliche Herzogtum zu einem geschlossenen Territorium aus, dem 1214 Ludwig (I.) der Kelheimer (1183–1231) die rheinische Pfalz eingliedern konnte. Dem Zugriff des werdenden Territorialstaates vermochten sich das Erzbistum Salzburg und die Bistümer Passau, Regensburg und Freising durch die Ausbildung eigener Landesherrschaften zu entziehen. Durch die Teilung von 1255 entstanden die beiden Linien Oberbayern(-München) mit der Rheinpfalz und, damit verbunden, der Kurwürde (endgültig geregelt 1356, Goldene Bulle) und Niederbayern(-Landshut). Im 14. Jahrhundert wurde Bayern zum Ständestaat (Herrschaftsverträge von 1302 und 1311). In Auseinandersetzung mit dem Herzog von Österreich (Gegenkönig Friedrich der Schöne von Habsburg) wurde Ludwig IV., der Bayer (Herzog von Oberbayern 1302–47 und Schöpfer des oberbayerischen Landrechts von 1346), 1314 Römischer König und nach dem Sieg bei Mühldorf am Inn (1322) 1328 Kaiser; er erwarb die Mark Brandenburg, Tirol, Holland, Seeland und den Hennegau für sein Haus und beerbte die niederbayrische Linie, die 1340 ausstarb. Doch bereits 1329 hatte er im Hausvertrag von Pavia den Söhnen seines Bruders Rudolf (I.) die Rheinpfalz und einen Teil des Nordgaus, die Oberpfalz, abgetreten; damit entstand die selbstständige pfälzische (Rudolfinische) Linie der Wittelsbacher. Die sechs Söhne Ludwigs IV. teilten ihr Erbe 1349 beziehungsweise 1351/53 in Oberbayern (Bayern-München) mit Tirol sowie in Brandenburg, Niederbayern (Bayern-Landshut) und Bayern-Straubing mit den niederländischen Provinzen. Die außerbayerischen Besitzungen gingen den Wittelsbachern bald verloren; Tirol fiel 1363 an die Habsburger, Brandenburg 1373 an die Luxemburger (Kaiser Karl IV.), die Niederlande 1433 an Burgund. Die Stände gewannen einen nochmals zunehmenden Einfluss. Die Teilung von 1392 in die Linien Bayern-München, Bayern-Landshut (1503 erloschen), Bayern-Ingolstadt (1445/47 erloschen und an Bayern-Landshut) sowie Bayern-Straubing (1425 erloschen) schwächte die Macht der Herzöge, bis Albrecht IV., der Weise, von Bayern-München (1467–1508) das ganze Herzogtum Bayern wiedervereinigte und durch die Einführung der Erstgeburtsordnung (Primogenitur) 1506 den Landesteilungen ein Ende setzte. Doch musste er König Maximilian I. im Landshuter Erbfolgekrieg 1503 die Ämter Kufstein, Rattenberg und Kitzbühel abtreten und 1505 in die Errichtung eines pfälzischen Herzogtums Neuburg einwilligen. Herzog Wilhelm IV. (1508–50) trat an der Seite der Habsburger in den Kampf gegen die Reformation ein, die bereits überall im Lande Anhänger gefunden hatte; 1542 berief er die Jesuiten an die Landesuniversität nach Ingolstadt. Unter Albrecht (V.) dem Großmütigen (1550–79) wurde der Protestantismus in Bayern nahezu beseitigt (Ortenburger Fehde); der Pracht liebende und verschwenderische Fürst erhob die Residenz München zur Kunststadt. Albrechts Sohn, Wilhelm (V.) der Fromme (1579–97), schloss, von den Jesuiten beeinflusst, das Konkordat von 1583. Bayern war zur Vormacht der Gegenreformation in Deutschland geworden.

Das Kurfürstentum: Der frühabsolutistisch regierende Herzog (ab 1623 Kurfürst) Maximilian I. (1597–1651) spielte eine zentrale Rolle im Dreißigjährigen Krieg (1618–48). Als Gründer und Haupt der katholischen Liga (ab 1609) trat er der von den pfälzischen Wittelsbachern (Kurfürsten Friedrich IV. und Friedrich V.) geführten protestantischen Union entgegen; er erhielt 1623 die pfälzische Kurwürde, 1628 die Oberpfalz. Zwischen 1632 und 1648 gehörte Bayern zu den am schwersten von Verwüstungen und Kriegslasten getroffenen deutschen Ländern. Der Ausbau zu einem Staat absolutistischer Prägung unterblieb. Kurfürst Ferdinand Maria (1651–79) berief 1669 letztmalig die Landstände. Das kulturelle Leben wurde durch seine savoyische Gemahlin Adelheid bestimmt, die die barocke Blütezeit Bayerns einleitete (Bau des Schlosses Nymphenburg und der Theatinerkirche in München). Kurfürst Maximilian II. Emanuel (1679–1726) erhielt 1691 die Statthalterschaft der spanischen Niederlande; Kurprinz Joseph Ferdinand († 1699) war ursprünglich zum Erben Spaniens ausersehen. Im Spanischen Erbfolgekrieg trat Max Emanuel auf die Seite Frankreichs. Nach der Schlacht von Höchstädt (1704) wurde Bayern von kaiserlichen Truppen besetzt; das Volk erhob sich 1705 in einem blutigen Aufstand (Sendlinger Mordweihnacht). Erst durch den Frieden zu Baden (1714) wurde die über Max Emanuel verhängte Acht aufgehoben. Karl Albrecht (1726–45) verwarf nach dem Tod Kaiser Karls VI. 1740 die Pragmatische Sanktion und erhob Ansprüche auf die österreichischen Erblande. Im Bündnis mit Frankreich gewann er 1741 Oberösterreich und Böhmen; aber während er 1742 in Frankfurt am Main als Karl VII. zum Kaiser gewählt wurde, fiel sein Stammland in österreichische Hände. Der junge Kurfürst Maximilian III. Joseph (1745–77) zog sich im Frieden zu Füssen (1745) unter Verzicht auf alle außerbayerischen Erbansprüche aus dem Österreichischen Erbfolgekrieg (1740/41–48) zurück, um sich einer Politik der inneren Reformen im Geist der Aufklärung zu widmen. 1759 gründete er die Akademie der Wissenschaften in München, 1773 führte er die Aufhebung des Jesuitenordens durch. Mit Maximilian III. Joseph erlosch die bayerische Linie der Wittelsbacher. Aufgrund der Hausverträge von 1746–66 fiel nun Bayern an den Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz aus der Linie Pfalz-Sulzbach, die auch die rheinischen Herzogtümer Jülich und Berg besaß. Als Karl Theodor sich den Ansprüchen Kaiser Josephs II. auf Teile von Bayern geneigt zeigte, griff König Friedrich (II.), der Große, von Preußen zugunsten der 1774 anerkannten Erbrechte der Linie Pfalz-Zweibrücken ein (Bayerischer Erbfolgekrieg). Nach Karl Theodors Tod (1799) gelangte, da er keine Erben hinterließ, die Linie Pfalz-Zweibrücken mit Maximilian IV. Joseph (1799–1825) zur Regierung.

Im Frieden von Lunéville (1801) musste das seit 1800 von französischen Truppen besetzte Bayern die Rheinpfalz und Jülich an Frankreich abtreten. Darauf vollzog M. Graf Montgelas, der leitende Minister Maximilian Josephs, im Vertrag vom 24. 8. 1801 die entscheidende Wendung der bayerischen Politik auf die Seite Frankreichs; in der Gefolgschaft Napoleons wuchs Bayern zum größten deutschen Mittelstaat heran. Es gewann 1803–10 die geistlichen Fürstentümer Augsburg, Eichstätt, Freising, Regensburg, Passau und Bamberg, die Reichsstädte Lindau, Kempten, Augsburg, Nürnberg, Nördlingen, Rothenburg, Schweinfurt u. a., zahlreiche Abteien, die preußische Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth, Vorarlberg, Tirol, Salzburg, das Inn- und das Hausruckviertel. Der Kurfürst nahm am 1. 1. 1806 als Maximilian I. Joseph den Königstitel an. Am 12. 7. 1806 musste Bayern dem Rheinbund beitreten. Die Aufgabe, die Erwerbungen in Franken und Schwaben mit Altbayern zu verschmelzen, löste Montgelas durch rücksichtslosen Zentralismus; 1807 wurden im rechtsrheinischen Bayern als erstem deutschem Einzelstaat die Binnenzollschranken beseitigt. Die Konstitution vom 1. 5. 1808 hob die Leibeigenschaft sowie die Steuerfreiheit des Adels auf. 1813 ging Bayern im Vertrag von Ried (8. 10.) zu den Gegnern Napoleons I. über. Unter Erhaltung der Integrität und Souveränität seines Staates gab König Maximilian I. Joseph Tirol, Vorarlberg, Salzburg, das Inn- und das Hausruckviertel an Österreich zurück; auf dem Wiener Kongress (1814/15) wurde Bayern mit Würzburg, Aschaffenburg und der linksrheinischen Pfalz für den Verlust entschädigt. Mit einem Gebietsumfang von 75 000 (1802: 40 000) km2 und 3,5 Mio. Einwohnern (1802: 1 Mio.) trat es 1815 dem Deutschen Bund bei. Das Konkordat von 1817, das der Kurie große Zugeständnisse machte, schuf für das neue Bayern die kirchliche Organisation mit den Kirchenprovinzen München-Freising und Bamberg. Nach dem Sturz von Montgelas setzte sich in Bayern eine konstitutionelle Richtung durch. Am 26. 5. 1818 verlieh Maximilian I. Joseph dem Land eine Verfassung mit 2 Kammern (Reichsräte und Abgeordnete), die erste konstitutionelle Verfassung in einem der deutschen Mittelstaaten.

Das konstitutionelle Königreich: Maximilian I. Josephs Sohn Ludwig I. (1825–48) machte München zu einem Zentrum der Künste und Wissenschaften; 1826 wurde auch die bayerische Landesuniversität von Landshut in die Hauptstadt verlegt. Nachdem Bayern 1828 mit Württemberg den ersten deutschen Zollverein auf Gegenseitigkeit geschlossen hatte, traten beide Staaten 1833 dem preußisch-hessischen Zollverein bei, der sich dadurch zum Deutschen Zollverein (1. 1. 1834) erweiterte. Im Innern gliederte der König 1837 Bayern in die heute noch bestehenden 7 Regierungsbezirke, zu denen als 8. die Pfalz trat. Die zunächst als deutschnational und freiheitlich angesehene Politik König Ludwigs I. (Ministerpräsident bis 1831 G. F. von Zentner) wich nach den Unruhen der Julirevolution 1830 einer konservativen Politik mit strenger Pressezensur. Die sich daran entzündende Missstimmung sowie die Affäre des Königs mit der Tänzerin Lola Montez begünstigten in Bayern den Ausbruch der Revolution 1848, unter deren Eindruck Ludwig I. zugunsten seines Sohnes Maximilian II. abdankte. Der Landtag von 1848/49 unterstützte die Frankfurter Nationalversammlung.

Vom reinen Agrarstaat des Jahres 1806 begann sich Bayern unter Ludwig I. in Ansätzen zum Industriestaat zu wandeln. Der ersten deutschen Eisenbahn (Nürnberg–Fürth) von 1835 folgte seit 1843 ein rascher Ausbau der Staatseisenbahnen; seit dem Ende der 1830er-Jahre zeichneten sich um Nürnberg/Fürth, Hof, Augsburg, Kaufbeuren, Kempten und in der linksrheinischen Pfalz kleine Industrieräume ab. 1837 entstanden bei der Konzessionierung der mechanischen Spinnerei und Weberei in Augsburg die ersten Sozialgesetze. 1840 wurde die erste Jugendschutzverordnung erlassen. 1847 bestanden in Bayern 3 097 fabrikmäßige Einrichtungen mit 39 720 Arbeitern bei einer Gesamtbevölkerung von 4,5 Mio.

Maximilian II. (1848–64) folgte zwar 1849/50 der reaktionären Politik Österreichs und Preußens (Niederschlagung des pfälzischen Aufstands 1849 mithilfe preußischer Truppen), begünstigte im Innern jedoch liberale und soziale Reformen. Er schloss die Bauernbefreiung ab (1848). Rechtsprechung und Verwaltung wurden 1862 getrennt. Daneben wurde der unter Ludwig I. eingeschlagene sozialpolitische Weg fortgesetzt (1851 Errichtung von Spar-, Leih-, Krankenunterstützungs- und Pensionskassen bei Fabrikgründungen). Maximilian und Minister K. H. von der Pfordten, der mit kurzen Unterbrechungen bis 1866 die bayerische Politik entscheidend bestimmte, lehnten die Frankfurter Reichsverfassung, das preußische Erbkaisertum und den Ausschluss Österreichs zugunsten der Triasidee ab, die das Gleichgewicht zwischen Preußen und Österreich erhalten und die Mittel- und Kleinstaaten unter bayerischer Führung zusammenschließen wollte. 1850 schloss Bayern mit Sachsen, Hannover und Württemberg das Vierkönigsbündnis. Noch 1863 versuchte Maximilian auf dem Frankfurter Fürstentag den Deutschen Bund zu retten. Auf Anregung des Königs kam das Allgemeine Deutsche Handelsgesetzbuch von 1862 zustande. Im letzten Regierungsjahr Maximilians bildete sich als erste politische Partei in Bayern die bürgerliche linksliberale Fortschrittspartei. Seit 1868 gab es in den bayerischen Industriegebieten die ersten Ansätze einer sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. In der Abgeordnetenkammer verfügten bis in die 1860er-Jahre die Liberalen über die Mehrheit, verloren diese aber an die bayerische Patriotenpartei, die sich 1887 dem Zentrum anschloss. Erst nach der Wahlrechtsreform von 1906 vermochten die Sozialdemokraten Wahlerfolge zu erzielen.

König Ludwig II. (1864–86) schloss sich im Deutschen Krieg (1866) Österreich an. Nach der Niederlage (Maifeldzug) musste Bayern lediglich die hessischen Grenzbezirke Orb und Gersfeld sowie die thüringische Enklave Kaulsdorf abtreten, eine Kriegsentschädigung zahlen sowie ein Schutz- und Trutzbündnis abschließen, das die bayerischen Truppen im Kriegsfall unter preußischen Oberbefehl stellte. 1870 entschied sich Ludwig zur Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg. Uneins mit Württemberg und diesem zuvorkommend, schloss er nach schwierigen Verhandlungen am 20./23. 11. 1870 in Versailles den Vertrag über den Eintritt Bayerns ins Deutsche Reich; am 30. 12. stimmte die Kammer der Reichsräte fast einhellig, erst am 21. 1. 1871 die der Abgeordneten mit Zweidrittelmehrheit zu. Nach der Reichsverfassung von 1871 erhielt Bayern als Reservatrechte eigene Diplomatie, Post und Eisenbahn, Bier- und Branntweinsteuer sowie beschränkte Wehrhoheit. Da der König sich immer stärker von den politischen Tagesereignissen zurückzog und einer Traumwelt zuwandte, beschloss der Ministerrat am 7. 6. 1886 die Einsetzung eines Verwesers für den für geisteskrank erklärten und entmündigten (9. 6.) König, der am 13. 6. am Starnberger See tot aufgefunden wurde. Für seinen ebenfalls nervenkranken Bruder Otto übernahm sein Onkel Luitpold die Regentschaft. Er regierte mit Geschick und streng konstitutionell; München erlebte eine große kulturelle Blüte. Das Zentrum errang in zähem Kampf 1899 eine beherrschende Stellung in Bayern, neben ihm behaupteten sich die Sozialdemokraten als zweitstärkste Partei. Nach der Landtagswahl 1912 (Zentrum 84 Abgeordnete, Sozialdemokraten 24, Liberale 22, Freie Vereinigung 7, Bauernbund 4) ernannte Prinzregent Luitpold den Führer der Reichstagsfraktion des Zentrums, G. von Hertling, zum Ministerpräsidenten. LuitpoldsSohn Ludwig III. (1912–18) regierte zunächst ebenfalls als Prinzregent, seit 1913 als König. Im November 1918 (Novemberrevolution) erklärte K. Eisner, der Führer der USPD und Vorsitzende des Arbeiter- und Soldatenrats in München, das Haus Wittelsbach in Bayern für abgesetzt und rief die Republik aus. Der König ging außer Landes, verweigerte aber die Abdankung. Kronprinz Rupprecht (* 1869, † 1955) legte am 10. 11. von Brüssel aus Verwahrung gegen die Umwälzung ein, da sie ohne die gesetzgebenden Gewalten und von einer Minderheit ins Werk gesetzt worden sei; nach dem Tod seines Vaters (1921) erklärte er, in dessen Rechte eingetreten zu sein.

Der Freistaat: Bei den Landtagswahlen vom 12. 1. 1919 fanden die Ziele des Ministerpräsidenten  Eisner nur ein geringes Echo. Stärkste Partei wurde die Bayerische Volkspartei (BVP), gefolgt von der SPD. Nach der Ermordung Eisners durch A. Graf Arcoam 21. 2. 1919 kam es zu Unruhen, angesichts derer die Koalitionsregierung aus BVP und SPD unter J. Hoffmann (SPD) im März 1919 nach Bamberg auswich. In München riefen revolutionäre Gruppen die »Räterepublik Baiern« aus (7. 4.); mit der Besetzung Münchens durch Truppen des Deutschen Reiches (1./2. 5. 1919) brach sie jedoch zusammen. Von Januar bis Juni 1919 forderten blutige Ausschreitungen viele Todesopfer.

Mit der »Bamberger Verfassung«, die am 15. 9. 1919 in Kraft trat und Bayern zum Freistaat erklärte, und der Weimarer Reichsverfassung verlor Bayern fast alle Sonderrechte. Am 1. 7. 1920 wurde das Gebiet von Coburg mit Bayern vereinigt, nachdem sich am 30. 11. 1919 die Mehrheit der dortigen Bevölkerung in einer Volksabstimmung für den Anschluss ausgesprochen hatte. Die Enttäuschung über die verfassungspolitische Situation Bayerns sowie eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Reichspolitik führten zum »Konflikt Bayern/Reich« (1920–24). Nachdem Ministerpräsident Hoffmann während des Kapp-Putsches im März 1920 unter militärischem Druck zurücktreten musste, schlug sein Nachfolger, G. Ritter von Kahr (BVP), unter der Losung »Ordnungszelle Bayern« einen betont restaurativen und nationalistischen Kurs ein. Auch nach seinem Rücktritt als Ministerpräsident (1921) behielt er einen großen Einfluss auf die bayerische Landespolitik. In den frühen 1920er-Jahren entwickelte sich Bayern zu einem Sammelbecken rechtsgerichteter Kräfte in Deutschland. Im Zuge eines sich erneut zuspitzenden Konflikts Bayerns mit der Reichsregierung in Berlin berief die Regierung unter E. von Knilling (BVP, 1922–24) im September 1923 von Kahr zum Generalstaatskommissar und betraute ihn mit der »gesamten vollziehenden Gewalt« in Bayern. Auf dem Höhepunkt der Krise suchte Hitler, der Führer der v. a. in München agitierenden NSDAP, von Kahr zum Staatsstreich gegen die Reichsregierung in Berlin zu bewegen (Hitlerputsch).

Nach dem Rücktritt von Kahrs (1924) beendete der neue Ministerpräsident H. Held (BVP, 1924–33) die Kontroverse mit der Reichsregierung; er verfolgte eine betont föderalistische, aber zugleich loyale Politik gegenüber dem Reich. Ein Hauptanliegen seiner Regierung war die Revision der Weimarer Reichsverfassung. 1924/25 kam es zu einem Konkordat mit dem Heiligen Stuhl. Bei den Landtagswahlen vom 24. 4. 1932 konnte die BVP ihre Position als stärkste Partei nur äußerst knapp vor der NSDAP behaupten. Nach dem Regierungsantritt Hitlers im Reich (30. 1. 1933) setzte die von ihm geführte nationalsozialistische Reichsregierung im Zuge ihrer Gleichschaltungspolitik General F. X. Ritter von Epp als Reichskommissar (9. 3.) beziehungsweise Reichsstatthalter (10. 4.) in Bayern ein, das nun völlig dem Gesamtstaat unterworfen war.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam Bayern im Mai 1945 zur amerikanischen Besatzungszone mit Ausnahme von Lindau und der bayerischen Pfalz (Pfalz), die der französischen Besatzungszone zugeteilt wurden. 1946 gliederten die Besatzungsmächte die bayerische Pfalz dem neu geschaffenen Land Rheinland-Pfalz ein. Die amerikanische Militärregierung ernannte im Mai 1945 F. Schäffer (BVP, dann CSU), im September 1945 W. Hoegner (SPD) zum Ministerpräsidenten mit dem Auftrag, in Bayern die Entnazifizierung durchzuführen und eine neue, demokratisch strukturierte Landesverwaltung aufzubauen. Nach Gemeinde- und Kreistagswahlen führte die Regierung im Juni 1946 Wahlen zu einer Verfassunggebenden Landesversammlung durch, die im Oktober 1946 eine neue Verfassung billigte. Diese trat im Dezember 1946 in Kraft.

Seit 1949 ist Bayern ein Land der Bundesrepublik Deutschland; am 20. 5. 1949 hatte jedoch der Landtag das Grundgesetz abgelehnt, da er die bayerischen Eigenständigkeitswünsche nicht genügend berücksichtigt sah. Seit 1946 ist die Christlich-Soziale Union (CSU) die stärkste Partei im Land – 1946–50, 1962–2008 mit absoluter Mehrheit, die sie erneut in der Landtagswahl am 15. 9. 2013 erreichen konnte; 1946–54, 1957–66 und in der 16. Wahlperiode (2008–13) bildete die CSU mit unterschiedlichen Partnern Regierungskoalitionen. Aus den Reihen der CSU kamen die Ministerpräsidenten J. G. Ehard (1946–54; 1960–62), Hanns Seidel (* 1901, † 1961; 1957–60), A. Goppel (1962–78), F. J. Strauß(1978–88), unter dem Bayern und die CSU auf Bundesebene und international verstärkte Bedeutung gewannen, Max Streibl (* 1932, † 1998; 1988–93), E. Stoiber (1993–2007), G. Beckstein(2007–08), H. Seehofer (2008–18) sowie M. Söder (seit 2018). Die SPD ist die zweitstärkste Partei des Landes und stellte mit W. Hoegner 1954–57 den Ministerpräsidenten in Bayern.

 

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Schloss Hohenschwangau im Ostallgäu wurde1833-37 unter König Maximilian II. von Bayern errichtet; Ludwig II. ließ sich später auf einem benachbarten Bergkegel Schloss Neuschwanstein bauen.
König Ludwig I. von Bayern (1786-1868) baute München zu einer bedeutenden Kunststadt aus, bewies als Politiker jedoch weniger Geschick und musste 1848 abdanken.
Ludwig III. war von 1913-1918 der letzte König von Bayern. Mit ihm endete die mehr als 700 Jahre währende Herrschaft der Wittelsbacher in Bayern.