Die Kanzler der Bundesrepublik

Wer hat Deutschland bislang regiert? Acht Bundeskanzler kannte die Bundesrepublik Deutschland bis heute. Welcher dieser Amtsträger eine Sojawurst entwickelt hat, wer zum »Coolsten Kerl« gekürt wurde und wem eine eigene Tortenkreation gewidmet ist, lest ihr in unserer Bildergalerie.

Die Bilder stammen übrigens aus dem Bundeskanzleramt: In der Kanzlergalerie im ersten Stock sind alle bisherigen Bundeskanzler mit einem Gemälde verewigt. Ausnahme: Angela Merkel hat noch kein Gemälde dort. In der Galerie sehen sie stattdessen ein Gemälde, das für einen Titel des Magazins »Time« entstand.

Wenn Sie mehr über die Kanzler erfahren wollen, klicken Sie auf deren Namen.

  • Konrad Adenauer
    CDU, 1949-1963
    Schon in der Weimarer Republik politisch aktiv, war Adenauer als Oberbürgermeister Kölns und Preußischer Staatsrat ein hohes Tier. Dadurch fiel er den Nationalsozialisten negativ auf und verbrachte einige Monate im Gefängnis. Als erster Bundeskanzler der BRD beschäftigte er sich vor allem mit dem politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und der Ausrichtung des neuen Staates. Auch in seiner Freizeit war Adenauer innovativ: Der begeisterte Tüftler erfand zum Beispiel einen elektrischen Insektentöter und eine beinah fleischfreie Sojawurst.
    Foto: IMAGO / Eventpress
  • Ludwig Erhard
    CDU, 1963-1966
    Erhard war neoliberaler Wirtschafter durch und durch. Ob als Berater der amerikanischen und britischen Besatzer oder Professor in München: Er war für seinen klaren Blick auf die Finanzwelt bekannt. Als Wirtschaftsminister unter Adenauer begründete er die Soziale Marktwirtschaft, die bis heute freie Marktwirtschaft und soziale Absicherung miteinander verbindet. Erhard gilt als »Vater des deutschen Wirtschaftswunders». Er sah sich selbst als Volkskanzler. Für volksnahe wirtschaftliche Einsichten schickte Erhard seine Sekretärin zum Schaufensterbummel in die Stadt. Was dort ausgestellt war und wie viel die Ware kostete, lieferte ihm Informationen zur wirtschaftlichen Situation.
    Foto: IMAGO / Eventpress
  • Kurt Georg Kiesinger
    CDU, 1966-1969
    Kiesinger war Jurist und seit 1933 Mitglied der NSDAP. Für seine Tätigkeit im Dritten Reich wurde er während seiner Karriere in der BRD häufig kritisiert. Als Kanzler der Bundesrepublik bewältigte er jedoch eine Wirtschaftskrise souverän. Außerdem führte er die erste große Koalition aus CDU/CSU und SPD. Das Ende seiner Amtszeit ging dann mit der Gesellschaftsumwälzung durch die »68er-Bewegung« einher. Kiesinger galt als exzellenter Redner. Die Presse gab ihm deshalb den Namen »Häuptling Silberzunge«.
    Foto: IMAGO / Eventpress
  • Willy Brandt
    SPD, 1969-1974
    In Arbeiterverhältnissen als Herbert Frahm geboren, änderte Brandt als Mitglied der linkssozialistischen Partei SAP zu seiner Sicherheit seinen Namen als die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Er emigrierte aus Deutschland und arbeitete als Journalist in Norwegen und im Spanischen Bürgerkrieg. Als erster sozialdemokratischer Bundeskanzler setzte er später innenpolitisch auf mehr Demokratie und außenpolitisch auf eine entspanntere Ostpolitik durch Annäherung. Er trat aus seinem Amt zurück, als einer seiner engen Vertrauten als DDR-Spion entlarvt wurde. Brandt war nicht für eine hobbyreiche Freizeitgestaltung bekannt. Am liebsten las er. Als publik wurde, dass er und sein Sohn gemeinsam angeln waren, erhielt er im Anschluss unzählige Angeln geschenkt – er soll sie jedoch nie benutzt haben.
    Foto: IMAGO / Eventpress
  • Helmut Schmidt
    SPD, 1974-1982
    Vor seiner politischen Karriere in Bonn war Schmidt Volkswirt und Senator der Polizeibehörde Hamburg. Schmidts Amtszeit war geprägt von wirtschaftlichen Krisen innerhalb Deutschlands und international sowie dem Terrorismus der RAF. Seinem Image scheint das nicht geschadet zu haben: In einer repräsentativen forsa-Umfrage wurde Helmut Schmidt 2008 zum »coolsten Kerl« aus einer Reihe berühmter Männer gewählt. Vermutlich überzeugte er durch seine klaren Kritiken über seine politische Amtszeit hinaus.
    Foto: IMAGO / Eventpress
  • Helmut Kohl
    CDU, 1982-1998
    Früh politisch aktiv und erfolgreich, war Kohls Tätigkeit als Referent in der chemischen Industrie nur ein kurzer Zwischenhalt. Kohl war der erste Kanzler der BRD, der ohne Bundestagswahl durch ein konstruktives Misstrauensvotum sein Amt erhielt. Er traf einige durchdachte Entscheidungen, die zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führten. Bis heute ist er als »Einheitskanzler« bekannt. Seinen Urlaub verbrachte Kohl jahrelang am selben Urlaubsort in Österreich, in St. Gilgen. In der dortigen Konditorei Dallmann wurde ihm zu Ehren deshalb die »Kanzlertorte« aus weißer und dunkler Schokolade kreiert.
    Foto: IMAGO / Eventpress
  • Gerhard Schröder
    SPD, 1998-2005
    Nach einem Kneipenabend soll Schröder am Zaun zum Bundeskanzleramt in Bonn gerüttelt und gebrüllt haben: »Ich will da rein!« Dieser Wunsch wurde ihm später erfüllt. Er ist der einzige Bundeskanzler, der sowohl von Bonn als auch von Berlin aus regierte. Schröder zeichnet sich durch seine gleichermaßen charismatische wie chaotische Persönlichkeit aus. Er setzte sich für die Handlungsfähigkeit eines wachsenden Europas nach der Euroreform ein. Erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich Deutschland an den Nato-Einsätzen im Kosovokrieg und später auch in Afghanistan. In die Kritik geriet Schröder vor allem aufgrund seiner bis heute wirksamen Reformen der Arbeitslosigkeit. Diese riefen innerparteiliche Widerstände hervor, sodass Schröder die Bundestagswahlen um ein Jahr vorzog und diese Wahl verlor.
    Foto: IMAGO / Eventpress
  • Angela Merkel
    CDU, 2005-2021
    Merkel wuchs in der ehemaligen DDR auf und ist promovierte Physikerin. Mit der Wende begann ihr politisches Engagement, mit dem ein rasanter Aufstieg bis zur Kanzlerschaft einherging. Finanzkrise, Atomausstieg, Flüchtingsströme, populistisches Aufbegehren, historisch lange Koalitionsverhandlungen, Coronapandemie: Stoisch gelassen reagierte Merkel auf die Herausforderungen, die drei Amtszeiten ihr bescherten. Weniger gelassen ist Merkel beim Fußballgucken: Zuhause vor dem Fernseher flucht sie dann sogar. Im Stadion bewahrt sie hingegen Haltung.
    Foto: IMAGO / Vibrant Pictures
  • Erwischt! Die Zeitreise hat sich gelohnt. Dieser Schurke aus der Riege der Ahnungslosigkeit hat sich in der Vergangenheit versteckt. Eine perfekte Gelegenheit, um sich als Held der Demokratie zu beweisen. Jetzt das Quiz lösen, die Ahnungslosigkeit besiegen und die Challenge abschließen.

Das Demokratie Quiz